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Auch 2019 haben wir uns parteilich für Mädchen und junge Frauen eingesetzt. Um einen kurzen Überblick von unserer Arbeit zu bekommen können Sie hier im Jahresbericht 2019 weiterlesen.

Ein Jahr, drei Jahre, fünf Jahre...Nein: 13, in Worten Dreizehn Jahre sind wir jetzt da, um Betroffene von Zwangsheirat zu unterstützen.

Inzwischen haben wir über 2100 Betroffene beraten und begleitet. Viele davon haben mittlerweile eigene Familien und führen ein selbstbestimmtes Leben. Zudem waren wir an 455 Schulen in ganz NRW und haben Präventionsveranstaltungen durchgeführt.

Wir werden diese tolle und wertvolle Arbeit weiterführen, solange Mädchen und Jungen in ihrer Selbstbestimmung beschnitten werden. Für diese Grundrechte werden wir uns auch weiterhin einsetzen.
Herzlichen Glückwunsch an alle, die im Laufe der Zeit Teil des Teams waren und immer noch sind.

Wir haben unseren Zugangsweg erweitert und sind jetzt auch bei Instagram.
Auf unserem Account Aktion_Selbstbestimmt posten wir Bilder aus unseren Projekten, Geschichten von Euch und Lesenswertes zum Thema Zwangsheirat, Gewalt im Namen der "Ehre" u.v.m..

Wir freuen uns darauf, unser neues Profil mit Informationen und Wissenswertem zum Thema Gewalt zu füllen, um möglichst viele Betroffene und Interessierte zu erreichen.

Folgt uns unter dem Profil Aktion-Selbstbestimmt unter folgendem Link:

https://www.instagram.com/aktion_selbstbestimmt/

Insta Logo  

Wir bieten seit Juni diesen Jahres auch einen Erstkontakt über die App "Signal" an. Diese kann kostenlos heruntergeladen werden und funktioniert im Prinzip wie "WhatsApp". Allerdings kann hier der Chat und der Zugriff darauf durch dritte Personen gesichert werden. Wie das ganze funktioniert kannst du hier weiterlesen.

Die Kontaktzeiten sind über die App unter der Nummer 0178 68 68 396 folgende:

  • Montag: 9.30 - 15.00
  • Mittwoch: 9.30 - 13.30
  • Donnerstag: 12.30 - 15.00
  • Freitag: 9.30 - 13.30

Wir alle sind mit der Corona-Krise beschäftigt und alle überlegen fieberhaft, wie was in welchem Falle getan werden muss, damit wir alle möglichst unbeschadet daraus hervorgehen.

Insbesondere im beruflichen Kontext geht es darum, immer wieder abzuwägen und neu zu bewerten.

Die Begriffe Risiko, Angst, Gefahr und auch Schutz sind zunehmend in aller Munde ebenso wie die Begriffe Solidarität und Verantwortung.

Selten hat es ein Thema gegeben, was alle im Gespräch verbindet und von dem sich keiner in der potentiellen Betroffenheit ausschließen kann.

Und doch gibt es Unterschiede in der Bedrohlichkeit der Betroffenheit und auch in der Betroffenheit der sekundären Auswirkungen. So werden sinnvoller Weise immer wieder die sogenannten Risikogruppen benannt wie ältere Menschen und Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Vorerkrankungen oder auch die, die aufgrund der Schutzmaßnahmen in ihrer beruflichen Existenz bedroht sind wie beispielsweise Beschäftige der Hotelbranche.

Nach und nach werden sicher noch mehr Unterschiede in den primären oder sekundären Auswirkungen des Virus auftreten oder ins Bewusstsein geraten. Schon jetzt ist klar, dass es nicht nur um die primären gesundheitlichen Folgen gehen wird sondern vermehrt auch psycho-soziale Folgen zu erwarten sind.

Als Mädchenhaus Bielefeld e.V. und damit als Jugendhilfeeinrichtung und als Verein, der im Schwerpunkt zum Thema Gewalt an Mädchen und jungen Frauen arbeitet, möchten wir an dieser Stelle die geschlechtsspezifischen Risiken benennen, die sich aus dieser  Krise für Mädchen und Frauen ergeben können.

Meldungen aus China bestätigen, was Fachberatungsstellen und Schutzeinrichtungen für Betroffene geschlechtsspezifischer Gewalt auch in Deutschland befürchten: In der aktuellen Krisensituation mit starken Einschränkungen im öffentlichen Leben steigt die Gefahr für Frauen und Kinder, häusliche und sexualisierte Gewalt zu erfahren. Das eigene Zuhause ist zu oft kein sicherer Ort. Laut einer Pekinger Frauenrechtsorganisation war die Zahl der Betroffenen von häuslicher Gewalt, die sich während der verordneten Quarantäne an die Hilfsorganisation gewandt haben, dreimal so hoch wie zuvor.

Während das Gewaltrisiko steigt, fallen Verletzungen oder Unterstützungsbedarfe von Betroffenen weniger auf, wenn Betroffene z.B. nicht mehr in die Schule, zur Arbeit oder in den Sportverein gehen.

Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die von Gewalt im direkten sozialen Umfeld betroffen sind, kann die aktuelle Situation bedeuten, Täter*innen ständig ausgeliefert zu sein. (vgl.www.bundeskoordinierung.de)

Als Beratungsstellen des Mädchenhauses machen wir uns Sorgen um die Mädchen und jungen Frauen, von denen wir wissen bzw. vermuten, dass sie im häuslichen Kontext von Gewalt betroffen oder bedroht sind oder ihnen dort  kaum persönliche Freiräume zugestanden werden.

Für viele dieser Mädchen und jungen Frauen bedeutet beispielsweise der  Schulbesuch sehr viel mehr als Lernen und Vorbereitung auf einen Abschluss sondern vielmehr Freiheit, Selbstbestimmung, Kontakt, Sicherheit und Schutz sowie auch die Möglichkeit von Beratungsgesprächen während der Unterrichts- oder Betreuungszeit.

Und: was vielleicht das Wichtigste ist: es bedeutet im Blick zu sein von Lehrer*innen, Schulsozialarbeiter*innen, Berater*innen und Freund*innen.

Die flächendeckenden Aufrufe für eine solidarische Nachbarschaft sind sehr wichtig und auch ein hilfreicher Ansatz zum Thema häusliche und sexualisierte Gewalt.

Noch mehr als zu anderen Zeiten sind insbesondere von Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche darauf angewiesen, dass sie wachsamen Menschen begegnen, die ihnen Unterstützung und Hilfe anbieten oder ihnen dabei helfen, Hilfsangebote zu finden.

Gerade jetzt ist es wichtig, dass wir alle unsere Mitmenschen in einen wohlwollenden und schützenden Blick  nehmen, die sonst schnell aus dem Blick geraten und das sind auch gewaltbetroffene Kinder, Jugendliche und Frauen.

Wir möchten Mädchen und junge Frauen ermutigen, sich bei sexualisierter oder häuslicher Gewalt Unterstützung zu suchen und damit nicht allein zu bleiben. Wir als Beratungsstellen des Mädchenhauses und auch die meisten anderen Hilfs- Beratungseinrichtungen in Bielefeld sind auch weiterhin telefonisch und online und evtl.im Krisenfall persönlich erreichbar und beraten gerne.

Auch Bezugspersonen können sich an uns wenden, wenn sie unsicher sind, wie sie Betroffene unterstützen können.

Alle ambulanten und stationären Einrichtungen des Mädchenhaus Bielefeld e.V. halten ihre Arbeit aufrecht und sind erreichbar. www.maedchenhaus-bielefeld.de

Presseerklärung Bundesfachkonferenz gegen Zwangsheirat 2019

Vom 07.11. - 08.11.2019 fand in Magdeburg die Bundeskonferenz gegen Zwangsheirat statt. Dazu hier die Presseerklärung der teilnehmenden Organisationen als Pdf.