Të reja

(Presseartikel aus RP Online vom 21.06.22)

Moers: Projekttag zum Thema Zwangsheirat im Mercator Berufskolleg

Moers. Am Moerser Mercator Berufskolleg fand kürzlich eine Kombination aus
Kunstausstellung, Informationsangebot und Workshop zum Thema Zwangsheirat
statt.
Die Fachberatungsstelle gegen Zwangsheirat des Mädchenhaus Bielefeld konnte den
Schülerinnen und Schülern ein umfangreiches Informations-, Präventions-, und
Beratungsangebot anbieten.
Beim Projekttag Zwangsheirat am Mercator Berufskolleg wurde rege diskutiert.

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW
fördert die Fachberatungsstelle und hat insbesondere im letzten Jahr über die
Kampagne „Exit.NRW – Schutz vereint – Nordrhein-Westfalen gegen Zwangsheirat“ dem
Thema viel Aufmerksamkeit geschenkt. So konnten die Fachberatungsstelle in den
letzten 15 Jahren über 2400 Betroffene und Ratsuchende direkt oder vermittelt
unterstützen.

Auch in Deutschland sind jährlich tausende Mädchen betroffen. Foto: Mercator-Berufskolleg
Den Projektteilnehmenden wurde zunächst der Film „Wir gegen Zwangsheirat“ gezeigt,
der in die Thematik einführte. Anschließend stellten die Mitarbeitenden der
Fachberatungsstelle ihre Arbeit vor und führten durch die Ausstellung.
Verschiedene Themenbereiche wurden danach in Workshops bearbeitet. Hierbei
standen Themen wie Geschlechterrollen im interkulturellen Kontext, Liebe, Partnerwahl,
Lebensplanung, Berufs und interkulturelle Konflikte im Vordergrund.
Begleitet wurde die Veranstaltung am Mercator Berufskolleg von der Sozialarbeiterin
Petra Herz sowie der Kollegin Sigrid Schramm. Sevilay Inci-Kartal, Mitarbeiterin des
Mädchenhauses Bielefeld, betonte, dass es vielseitige Wege gibt, um mit der
Beratungsstelle in Kontakt zu treten.
Auf der Internetseite www.zwangsheitrat-nrw.de finden sowohl Interessierte als auch
Betroffene alle notwendigen Informationen und Hilfe in insgesamt neun Sprachen.

Seit 15 Jahren bietet die Fachberatungsstelle gegen Zwangsheirat des Mädchenhaus Bielefeld e.V. ein umfangreiches Informations-, Präventions-, und Beratungsangebot für Betroffene, Unterstützungspersonen und Multiplikator*innen aus NRW zum Thema Zwangsverheiratung an. Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen fördert die Fachberatungsstelle und hat insbesondere im letzten Jahr über die Kampagne „EXIT.NRW – Schutz vereint – Nordrhein-Westfalen gegen Zwangsheirat“ dem Thema viel Aufmerksamkeit geschenkt. Die Fachberatungsstelle konnte in den letzten 15 Jahren über 2.400 Betroffene und Ratsuchende direkt oder vermittelt unterstützen und beraten. Das Thema Zwangsverheiratung ist in dieser Zeit sicherlich aus der Tabuzone herausgekommen und hat gleichzeitig nicht an Relevanz und Aktualität verloren.

Immer noch werden Mädchen und Frauen und auch Jungen und Männer dazu gezwungen, einen Menschen zu heiraten, den sie nicht lieben oder kennen.

Ihnen wird damit ein Menschenrecht verwehrt, sie werden in Ihrer Würde verletzt und massiv in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und Selbstbestimmung eingeschränkt. Noch viel zu oft stehen besonders Mädchen und Frauen vor der „unfassbaren“ Entscheidung, ob sie ihre Familie verlassen müssen, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, oder ob sie für die Familie auf eigene Wünsche, Rechte und selbstgewählte Liebe verzichten sollen.

Die Fachberatungsstelle gegen Zwangsheirat des Mädchenhaus Bielefeld e.V. bietet diesen Mädchen und Frauen (und auch Jungen und Männern) Unterstützung, Beratung, Halt und „Raum“, um für die meist sehr schwierigen Lebenslagen und großen inneren Nöte neue Lösungsansätze zu finden. Erfolg bedeutet in der Fachberatungsstelle, wenn wir erleben, dass Ratsuchende einen Zugang zu eigenen Wünschen und Zielen zurückgewinnen, dass sie die Erlaubnis spüren, an sich zu glauben und dass sie es wert sind, ohne Gewalt und Kontrolle zu leben. In unserer Arbeit ist es uns besonders wichtig, es den Betroffenen möglichst leicht zu machen, uns zu erreichen. Daher bieten wir vielseitige Wege an, mit uns in Kontakt zu treten:

Online über eine verschlüsselte E-Mail-Beratung und Chat-Beratung, telefonisch, über Messenger oder Instagram, face-to-face oder auch spontan persönlich nach von uns durchgeführten Präventionsveranstaltungen. Auch das Informationsmaterial ist niedrigschwellig und zielgruppengerecht aufbereitet und steht in acht Sprachen sowie auch in leichter Sprache zur Verfügung. Online sind wir gut vertreten und zu finden z.B. über den Instagram-Account Aktion_selbstbestimmt oder auch bei YouTube mit dem veröffentlichten Kurzfilm Wir gegen Zwangsheirat.

Mit kleinen und großen Informations- und Präventionsveranstaltungen tragen wir dazu bei, dass dem Thema Zwangsverheiratung in der Bevölkerung adäquater begegnet werden kann:

Zwangsverheiratung ist eine Menschenrechtsverletzung und eine spezifische Form der Gewalt im Familiensystem!

Mädchen, Jungen, Frauen und Männer dürfen nicht vor die unzumutbare Wahl gestellt werden, sich selbst aufzugeben oder ihre Familie zu verlieren!

Mädchen, Jungen, Frauen und Männern müssen die Menschenrechte zugestanden werden auf Selbstbestimmung, Gewaltfreiheit und freie Partner*inwahl!

Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dass patriarchale Wertevorstellungen, die diesen Rechten entgegenstehen, nach und nach überwunden werden!

Stellungnahme zur Situation in Afghanistan

Als Fachberatungsstelle gegen Zwangsheirat des Mädchenhaus Bielefeld e. V. möchten wir auf die aktuelle Lage in Afghanistan aufmerksam machen.

Durch die Machtübernahme der Taliban drohen Mädchen und Frauen nicht nur die Beschneidung in ihren Grundrechten, sondern auch Zwangsverheiratungen und Gewalt.

Wir, als feministischer Verein, der Mädchen und junge Frauen unterstützt, sehen die Freiheit und das Recht auf Unversehrtheit als ein Grundrecht aller Mädchen und Frauen.
Wir fordern von der BRD für Menschen, die aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Arbeit als Menschenrechtsverteidigerinnen, als Aktivistinnen für Frauenrechte und ihrer sexuellen Orientierung verfolgt werden, sich für sichere Ausreisewege einzusetzen und vor allem schnelle und unbürokratische Hilfen zu leisten. Des Weiteren muss für diese gefährdeten Gruppen Asyl gewährt und vor Ort auch weiterhin humanitäre Hilfe geleistet werden.

Feminismus und die Einsetzung für Menschenrechte endet nicht vor der eigenen Landesgrenze.
Wir sind solidarisch mit allen Frauen auf dieser Welt, die Gewalt erfahren.

Zum Start der Öffentlichkeitskampagne „EXIT.NRW – Schutz vereint – Nordrhein-Westfalen gegen Zwangsheirat“ hat Sylvia Krenzel, die Leiterin der Fachberatungsstelle gegen Zwangsheirat, gemeinsam mit Ministerin Frau Scharrenbach vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen in der Pressekonferenz am 15.6.2021 sowie in nachfolgenden Interviews viele Fragen der Pressevertreter*innen beantworten können.

Die Fachberatungsstelle gegen Zwangsheirat des Mädchenhaus Bielefeld e.V. begrüßt die Initiative der Landesregierung, eine landesweite Kampagne zum Thema Zwangsverheiratung und Ferienverschleppung für ganz Nordrhein-Westfalen durchzuführen. Das Thema Zwangsverheiratung ist auch 2021 in der Bevölkerung immer noch nicht allen bekannt, so dass dieser Form der Menschenrechtsverletzung und Gewalt nicht immer adäquat begegnet werden kann. Eine vielseitige Öffentlichkeitsarbeit wie diese Kampagne bietet die Chance, sowohl Betroffenen als auch potentiellen Unterstützungspersonen den Zugang zu Hilfe und Unterstützung zu erleichtern, um Zwangsverheiratung und das damit verbundene immense Leid zu verhindern.

Der Zeitpunkt der Kampagne ist gut, da gerade jetzt zu befürchten ist, dass aufgrund der coronabedingten Kontaktbeschränkungen, Einschränkungen im Bildungsangebot, bzw. Schulschließungen, etc. Betroffene in den letzten Monaten nicht genug Zeit hatten, sich mit dem Thema Angst oder Gewissheit zwangsverheiratet zu werden an Unterstützungspersonen wie z.B. Schulsozialarbeiter*innen zu wenden.

Wir hoffen, dass Betroffene und potentielle Unterstützungspersonen durch die Kampagne ermutigt werden, sich professionelle Hilfe zu holen z.B. in unserer Fachberatungsstelle.

Dafür stellen wir zahlreiche Zugangswege zur Verfügung.

Wir setzen uns dafür ein, dass Mädchen, Jungen, Frauen und Männer nicht vor die unzumutbare Wahl gestellt werden, sich selbst aufzugeben oder ihre Familie zu verlieren!

Wir setzen uns dafür ein, dass Mädchen, Jungen, Frauen und Männern die Menschenrechte zugestanden werden auf Selbstbestimmung, Gewaltfreiheit und freie Partnerwahl!

Wir halten es für eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dass patriarchale Wertevorstellungen, die diesen Rechten entgegenstehen, nach und nach überwunden werden!

 

Pressetexte

Die Zahl der von der Polizei erfassten Fälle von Zwangsheirat ist in Nordrhein-Westfalen sprunghaft gestiegen. Nach 14 Fällen im Vorjahr registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 26 Fälle - das entspricht einem Anstieg von fast 86 Prozent. Experten gehen zudem von einem großen Dunkelfeld aus, weil das Thema schambehaftet und tabuisiert ist. Die landesweiten Fachberatungsstellen beraten im Jahr rund 250 Menschen, die zwangsverheiratet werden sollen. Mit der Ferienzeit und der Rückkehr der Reisefreiheit könnte nun eine Welle von Zwangsverheiratungen im Ausland bevorstehen.

Aus diesem Grund hat das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen am 15.06.2021 die Öffentlichkeitskampagne „EXIT.NRW – Schutz vereint – Nordrhein-Westfalen gegen Zwangsheirat“ gestartet. Die einmonatige Kampagne hat das Ziel, die breite Öffentlichkeit aufzuklären sowie über bestehende Hilfe- und Unterstützungsangebote zu informieren.

Unter anderem werden in 23 Städten ca. 1.700 Plakate in Bussen und Bahnen des Öffentlichen Personennahverkehrs zu sehen sein. Zudem wird auf fast 1.000 Monitoren ein Kampagnenspot im Fahrgast-TV zu sehen sein. Darüber hinaus werden Informationsmaterialen in Schulen verteilt und in den Sozialen Medien wird für das Thema sensibilisiert.

                   moBiel Bielefeld         moBiel Bielefeld

 

MHKBG | Aufklären und informieren

WDR Video & Audio | Wenn der Sommerurlaub in einer Zwangsehe landet

Zeit online | Fälle von Zwangsheirat in NRW sprunghaft angestiegen

Neue Westfälische | Wie junge Frauen in NRW geschützt werden können

Wir haben einen neuen Flyer für Fachkräfte. Dieser beinhaltet alle Informationen auf einen Blick und steht Ihnen unter Downloads zur Verfügung.

<iframe src="https://www.youtube.com/embed/ZI-PwD7Z0LI" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen=""></iframe>

 
Zwangsverheiratung - eine Form familiärer Gewalt an Frauen und Mädchen
Das Thema Zwangsverheiratung hat nach wie vor nicht an Relevanz und Aktualität verloren! Immer noch werden Mädchen und Frauen (und auch Männer) dazu gezwungen, einen Menschen zu heiraten, den sie nicht lieben oder kennen. Ihnen wird damit ein Menschenrecht verwehrt, sie werden in Ihrer Würde verletzt und massiv in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und Selbstbestimmung eingeschränkt.Noch viel zu oft stehen Mädchen und Frauen vor der „unfassbaren“ Entscheidung, ob sie ihre Familie verlassen müssen, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können oder ob sie für die Familie auf eigene Wünsche, Rechte und selbstgewählte Liebe verzichten sollen.
 
Seit über 13 Jahren bietet die Fachberatungsstelle gegen Zwangsheirat, gefördert vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen ein umfangreiches Informations-, Präventions-, und Beratungsangebot für Betroffene, Unterstützungspersonen und Multiplikator*innen aus NRW an. Über2100 Betroffene und Ratsuchende konnten in diesem Zeitraum direkt oder vermittelt unterstützt und beraten werden.
 
Die Fachberatungsstelle gegen Zwangsheirat des Mädchenhaus Bielefeld e.V. bietet diesen Mädchen und Frauen Unterstützung, Beratung, Halt und „Raum“, um für die meist sehr schwierigen Lebenslagen und großen inneren Nöte Lösungsansätze zu finden. In unserer Arbeit ist es uns besonders wichtig, es den Betroffenen möglichst leicht zu machen, uns zu erreichen. Daher bieten wir vielseitige Wege an, mit uns in Kontakt zu kommen: Online über eine verschlüsselte E-Mail-Beratung und Chat-Beratung, telefonisch, face-to-face oder auch spontan persönlich nach von uns durchgeführten Präventionsveranstaltungen und seit Juni dieses Jahres für den Erstkontakt auch über die App "Signal".

Gerade in der „Corona-Zeit“ wollten und wollen wir digital und analog als Hilfeangebot so präsent sein, dass Betroffene und Ratsuchende zum Thema Zwangsverheiratung uns schnell und unkompliziert finden und mit uns in Kontakt gehen können. Die Corona-bedingten Kontaktbeschränkungen, Einschränkungen im Bildungsangebot bzw. Schulschließungen etc. haben gerade für die Zielgruppe der familiär sehr kontrollierten Mädchen und jungen Frauen Besorgnis erregende Auswirkungen. Für viele dieser Mädchen und jungen Frauen bedeutet beispielsweise der Schulbesuch sehr viel mehr als Lernen und Vorbereitung auf einen Abschlusssondern vielmehr Freiheit, Selbstbestimmung, Kontakt, Sicherheit und Schutz sowie auch die Möglichkeit von Beratungsgesprächen während der Unterrichts- oder Betreuungszeit. Und: was vielleicht das Wichtigste ist: es bedeutet im Blick zu sein von Lehrer*innen, Schulsozialarbeiter*innen, Berater*innen und Freund*innen.
 
Mit unserem neuen Instagram-Account möchten wir Betroffene von Zwangsheirat und Betroffene von familiärer Kontrolle und Einschränkungen ihrer Persönlichkeitsrechte „in den Blick nehmen“ und potentiellen Unterstützer*innen für diese Themen „den Blick schärfen“. Wir freuen uns sehr, über diesen neuen Weg potentiell Betroffene zu empowern, Ihnen eine Stimme zu geben und vielleicht „den Blick der einen oder anderen auf ihre Würde und Kraft und auch auf Auswege und Lösungen lenken zu können“.
 
 Rund um den 25.11.20 werden wir Bilder und Videos zeigen aus unserer selbsterstellten Kunstausstellung „Wir gegen Zwangsheirat 2.0“.